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01.11.2014

Bax – die Zähne der Weisheit

 

Ich hatte mir viel vorgenommen für diesen Tag. Würde Bax auch heute meine Berührungen akzeptieren, sollte er das erste Mal die neue Hundeleine direkt über den Kopf angelegt bekommen, ohne die Leine am Halsband zu befestigen. Eine heikle Mission.
Wie gewohnt löste die Akustik meines Therapiemobils Freudentänze aus. Sogleich gab sich Bax nach meinem Eintritt auf seine Wiese einem ausgiebigen Spiel mit dem Ball hin.  Für Ihn auch eine willkommene Abwechslung im einsamen Leben eines Hofhundes. Er vollführte wahre Kunststücke.
Nachdem er hechelnd kurz zur Ruhe kam, griff ich in das Spiel ein. Ich bemächtigte mich der runden Spaßkugel um Bax zu mir zu locken. Er kam.
Das Objekt der Begierde warf ich unerreichbar über einen Zaun auf dem Grundstück, damit Bax sich auf mich konzentrieren konnte. Er machte „Platz“ und ließ meine Fellkontakte über sich ergehen. Kurzerhand fasste ich den Entschluss, ihm genau in diesem Augenblick und in dieser Position die neue Leine über den Kopf zu ziehen. Mit schrägem Blick nach oben duldete er meine dreiste Aktion. Er duldete sie. Meine Überlegung war, dass er einen Spaziergang assoziieren würde. Erst einmal.
Es machte den Anschein, dass mein Kalkül aufging, weil Bax sich Richtung Hoftor bewegte. Damit er nicht sofort mit der neuen Leine geprellt wird, weil sie sich bei Zug etwas zusammenzieht aber keine Würgefunktion hat, lies ich die Leine los. Bax blieb in ca. 5 Meter Entfernung stehen.
Spannung war in der Luft.
Unbeeindruckt dessen ging ich auf Bax zu, stellte mich seitlich neben Ihn, und schickte mich an, die Leine aufzunehmen, ohne mich über ihn zu beugen. Nichts Neues, denn genau so hatte ich ihn schon zweimal ausgeführt. Dieses Mal kam es nicht dazu. Auch zum Kalkül gehören zwei. Einer der kalkuliert, und einer der sich kalkulieren lässt.
In einem Bruchteil von Sekunden änderte sich die Situation. Grollend und die Ohren nach vorn gestellt wurde ich Zeuge einer Körpersprache, die wir so nicht mögen, die uns Furcht einflößt und das Blut in den Adern gerinnen lässt.
Es war keine Zeit mehr, sich etwas auszudenken. Ich bot Bax an, mir seine Botschaft in den Arm zu schreiben.
Er tat es mit grollender Inbrunst. Vier druckfeste Sätze zeichnete er mir auf den seitlich ausgestreckten Unterarm. Immer wieder auf die gleiche Stelle. Dem heiligen Canis Lupus war ich noch nie so nah. Noch nie hatte eine Minute so lange Zeit.
Geduldig hörte ich mir an, was er zu sagen hatte. Panik hätte mir wenig genützt. Es war niemand irgendwo in meiner Nähe. Ich spielte auf Überlegenheit.
Wohl doch etwas beeindruckt ließ Bax ab. Ich ging rückwärts langsam etwas zurück, und behielt ihn im Auge. Zu meinem Entsetzen blies Bax frontal zur zweiten Attacke. Über 40 kg Schäferhund in Angriffslust verheisen nicht gerade ein Schäferstündchen, schon garnicht, wenn man unbewaffnet ist. Mein Entsetzen wandelte sich blitzschnell in Wut. Ich trat dem heran stürmenden Kraftpaket mit einem deutlichen „Aus“ entgegen.
Bax landete einige Zentimeter vor mir auf dem Boden, als hätte der heilige Canis Lupus eine Glasscheibe zwischen uns geschoben. Da blieb Bax auch liegen. Die Aktion war beendet.
Unfassbar. In diesem Moment nicht erklärbar. Trotz des blutenden Schriftstückes unter meinem linken Hemdsärmel musste ich als Sieger vom Platz gehen. Ich umkreiste Bax drei mal. Bax versuchte jeglichen Blickkontakt zu vermeiden und drehte mir den Rücken zu. Langsam, ohne mich umzudrehen, verlies ich die Arena Richtung Tor. Bax blieb mit seiner Leine liegen.
Der nächste Weg führte mich in ein Krankenhaus, um die weisen Worte der Zähne zu entschlüsseln.
Die Botschaft war gut lesbar. „ Es geht mir alles zu schnell…ich bin noch nicht bereit dafür“.
Nach der kurzen Behandlung bin ich wieder zu Bax gefahren. Es galt eine Lösung zu finden, weil Bax immer noch an der Leine war. Wie gewohnt fuhr ich mit schriller Sirene an den Hof, schloss das Tor auf……………………………………………………………………und Bax……………………………………………
kam mir freudig entgegen.
Weil die Chance eher gering war, Bax noch von der Leine zu erlösen, einigten wir uns darauf, dass er diese für die nächsten Tage ertragen muss, bis eine Lösung gefunden ist.
Ich hatte keinerlei Schmerzen, denn mein Kopf arbeitete ohne Unterlass an der Suche des Fehlers in der Therapie, und was am aller wichtigsten war, an einer Idee, Bax von der Leine zu bekommen, ohne dabei Schaden zu nehmen, und ohne bei Bax eine negative Verknüpfung mit der Hundeleine zu bewirken wie bei allen anderen Hundetrainern. Sicher wäre es möglich gewesen, einen Schutzanzug zu besorgen, doch im Endeffekt hätte es bedeutet, Bax gewaltsam von der Leine zu trennen. Ein erneutes Trauma wäre vorprogrammiert gewesen. Ich hätte die Therapie bei Null beginnen müssen.
Der Eine oder Andere wird nun geneigt sein, darüber nachzudenken, ob die Veröffentlichung von Fehlschlägen in der Verhaltenstherapie geschäftsschädigend sein könnte. Ich bin der Auffassung, dass Klienten und Patienten dort gut aufgehoben sind, wo Fehler selbstkritisch analysiert und behoben werden. All zu oft werden Hundebesitzer als unfähig vom Hundeplatz verwiesen, obwohl die Fehler eindeutig bei dem Trainer lagen.
In spätestens einer Woche sollte das Problem gelöst sein. Meine Vorstellung ist, dass er freiwillig die Leine heraus geben soll. Wir dürfen gespannt sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

“Der Wunsch, ein Tier zu halten, entspringt einem uralten Grundmotiv - nämlich der Sehnsucht des Kulturmenschen nach dem verlorenen Paradies.“

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