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08.04.2014

Helden sterben oftmals viel zu früh

 

Mit diesem Gedanken fuhr ich am 08.04.2014 zum vereinbarten Termin. Bax und sein Besitzer warteten auf Ihre Erlösung.. meine Erlösung aus dem Irdischen Leben rückte ebenso näher.

Während der Fahrt grübelte ich angestrengt, wie ich die erste Begegnung mit Bax nach nunmehr fast 3 Jahren gestalten sollte. Einerseits meldete sich permanent die Vorsicht , die Schilderungen der Besitzer ernst zu nehmen, andererseits  die Erfahrung, daß so manche Aussage subjektiv sein kann, unterlegt von menschlichen Emotionen. Ratlosigkeit machte sich breit. Wie hatte sich der Hund entwickelt nach so langer Zeit? Wie wird er reagieren, wenn ich sein eingezäuntes Reich betrete? Sollte ich meinen eindrucksvollen australischen Reitermantel im Auto lassen, um wenigstens den Hauch einer Chance zur Flucht über den Zaun zu haben? Sollte ich mich bewaffnen? Keine Idee. Erstmal auf Zeit setzen, und den Besitzer intensiv befragen. Noch weitere Subjektivitäten anhören. Vielleicht ereilt mich noch eine Eingebung.

Und genau diese flatterte angesichts eines Bau-und Gartenmarktes nebulös vor meinem geistigen Auge. Ich mußte mich verlängern!!!

Also nix wie rein. Wie von einer fremden Macht gelenkt, stand ich vor den Tomatenstangen. “Mitnehmen” säuselte  eine Stimme …”mitnehmen”. Nunja, dachte ich mir. Zur Verteidigung wohl eher ungeeignet, doch im Ernstfall könnte man sie wegwerfen, um schneller laufen zu können.

Kurz darauf saß ich in der Küche des Besitzers. Der Countdown lief, und wurde  schön ausgeschmückt mit weiteren Schauergeschichten. Als ich den Besitzer aufforderte, nun seinen Hund zu holen und im Garten an einer sehr langen Leine anzubinden, stellte er mir eine merkwürdige Frage, als wollte er sich von mir verabschieden: “Willst Du einfach so da rein gehen?” …”Ja”…”Hast Du nichts mit?”…”Nein”…”Der Hundetrainer hatte Schutzausrüstung an, damals”….”Aha” sagte ich, und klammerte mich an meine nutzlose Tomatenstange, kombinierte mit Entsetzen, daß der wohl noch viel sportlicher als ich sein muß, wenn er schwer bepackt auch noch in seinen Container flüchten konnte.

Sicherheitshalber wollte ich die Leine nochmal inspizieren, mit welcher Bax an den Baum gebunden werden sollte. Mir stockte fast der Atem. Ich war einer Himmelfahrt näher, als einer Therapie. Bax mußte dieses Schmuckstück des Öfteren als Zahnseide verwendet haben.

Der Besitzer ging, um seinen Hund zu holen. Ich wartete. Auch noch nach 10 Minuten. Der Weg zum Hund und bis zur Wiese betrug max. 60 Meter. Mir schwante Böses. Ich wartete und versuchte irgend einen Schrei zu erlauschen. Nichts. Absolute Stille.

Doch dann bog Bax um die Ecke. Etwas später sein Besitzer…wegen der langen Leine….Er band seinen Hund an den Baum.

Bax hatte sich in den Jahren zu einem eindrucksvollen Schäferhundrüden im wolfsgrauen Mantel entwickelt. Die Summe aller Subjektivitäten aus dem Munde des Besitzers lies die Augen dieser “Bestie” Funken sprühen.

Mein Einsatz war gefordert. Jetzt ging es um meine Ehre. Doch ehrlich gesagt, hätte ich mir gerade etwas anderes wünschen wollen, als Tierpsychologe zu sein.  Zumal ich den Besitzer angewiesen hatte, dem Hund einen Tag vorher nichts zu fressen zu geben.

Das Gartentor wurde geöffnet…ich trat ein….und Bax testete sofort die Haltbarkeit der -zigfach verknoteten Zahnseide…ich machte mir Mut…ich hatte ja noch meine Tomatenstange…zum wegwerfen….um schneller flüchten zu können.

Sie hielt…die Leine…

Um mich mit Bax zu unterhalten, platzierte ich einen Stuhl auf der Wiese….am Ende der Leine.

Mich trennten 50 cm von Bax. Ich stellte einen leicht gefüllten Futternapf zwischen uns und warf, sitzend auf meinem Stuhl, ohne Bax anzuschauen, die nutzlose Tomatenstange fest im Griff, ein Paar Futterbrocken Richtung Bax. Ein kurzes klappern der Zähne, und Bax schickte sich an, auch den Rest des Futters zu kassieren. Er machte eine Bewegung nach vorn….und…

 

na, was passiert dann, wie wird es weiter gehen?

 

…mit einer kurzen Handbewegung, ohne den Hund eines Blickes zu würdigen, steckte die Tomatenstange zwischen Hund und Futternapf.

Bax war völlig irritiert, und zog sich halb geduckt zurück. Heiliger Canis Lupus hab ich mir gedacht…wie kann es sein, daß man vor einem Hund mit diesem jämmerlichen Anblick das Weite suchen muß? Auch dem Besitzer war nicht entgangen, was da passiert war, und er fragte mich gleich voller Begeisterung, ob ich nicht meinen Zauberstab bei Ihm lassen könnte. Ich mußte ablehnen, weil ich wußte, daß dieses heilige Baumarktutensil nur in meinen Händen funktionierte.

Sodann forderte ich den Besitzer auf, seinen Hund abzuleinen. Nachdem er sich mehrfach versichert hatte, ob ich das wirklich will, befreite er Bax von der Zahnseide. Derweil habe ich mich mit langsamen aber sicheren Schritten des Reviers bemächtigt. Das ging natürlich nicht ohne das bekannte Rüdenritual. Allerdings nur demonstrativ, weil ich mich erinnerte, daß meine Mutter mir früher verboten hatte, an anderen Gartenzäunen Visitenkarten zu verteilen.

Bax suchte die Nähe seines Besitzers und beobachtete mein Treiben. Ich entschloß mich zu einer außerordentlichen Unverfrorenheit und schritt eilig auf das Lieblingsspielzeug zu…seinen Ball. Sofort reagierte Bax und trabte in schnellem Schritt zu seinem Eigentum. Doch eine fremde Macht bremste ihn auf halbem Wege…..meine zauberhafte Tomatenstange, die ihm mitten zwischen die Augen zeigte. Den Ball habe ich okkupiert. Seitdem kreiste Bax in sicherer Entferung um mich, als sei ich ein Zentralgestirn. Lief ich auf ihn zu, hüpfte er davon, als würden sich die Pluspole zweier Magneten schubsen. Bax wollte nichts mehr von mir wissen, lies mich aber keine Sekunde aus den Augen,  eine unheimliche Bedrohung wandelte durch sein Revier.

Auch am nächsten Tag betrat ich unverfroren sein Reich und wilderte mit allem Spielzeug, das ich fand. Bax hielt Abstand. Mein zauberhafter Tomatenstab durchkreuzte all seine Jagderfolge stets auf halbem Wege zu seinem Spielzeug .

- Fortsetzung folgt -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

“Der Wunsch, ein Tier zu halten, entspringt einem uralten Grundmotiv - nämlich der Sehnsucht des Kulturmenschen nach dem verlorenen Paradies.“

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