08.11.2014

Bax – und der Basar

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nach meiner letzten körpersprachlichen Diskussion mit Bax brauchte ich zwei Tage, um eine neue Strategie zu entwickeln. Die besten Gedanken kamen mir beim Verbandswechsel. Ich konnte immer wieder seine Zahnschrift lesen. Bax hatte mir mitgeteilt, dass meine Therapieansätze richtig, aber nicht ausreichend sind. Die Desensibilisierung ist wichtig, führt allein aber nicht zum Ziel. Eine Gegenkonditionierung und Extinktion sind unumgänglich.

Aus diesem Grund rief ich den Besitzer an, um Bax in einen allgemeinen Erregungszustand zu versetzen, der seine Handlungsbereitschaft erhöht. Bax sollte die nächsten vier Tage lediglich den Boden seines Fressnapfes bedeckt mit Futter erhalten. Danach werde ich kommen, und mit Bax die neue Strategie umsetzen. Wie genau diese aussehen wird, ließ ich offen. Mein Vorschlag setzte den Besitzer in einen gewissen Erregungszustand.

An dieser Stelle eine kurze Anmerkung an Tierfreunde und Tierschützer: ohne Motivation läuft sowohl bei Homo Sapiens, als auch bei Canis Lupus f. Familaris nichts. Die Motivationen können verschieden sein. Ernährung, Hierarchie, Sicherung des Überlebens der eigenen Art und Gene. Letzteres schwierig zu organisieren. In der Hierarchie sollten wir eine unantastbare Stellung behalten, also bleibt oft nur noch das Futter, um den Hund zu einem erwünschten Verhalten zu bewegen. Nein, ein Hund verhungert nicht nach vier Tagen mit verminderter Ration. Ein Wolf kann auch nach 14 Tagen ohne Jagderfolg mit geschärften Sinnen Beute machen. Und sollte jemand auf den Gedanken kommen, mich der Tierquälerei zu bezichtigen, der sollte auch die wölfische Beute an den Pranger stellen, die permanent versucht, durch Flucht die armen Jäger auszuhungern.

Ein Mangel schafft erhöhte Aufmerksamkeit und Kreativität. Ein Mangel entwickelt Handlungsbereitschaft und fördert Kompromisse. Der Wolf ist nur deshalb domestiziert worden, weil das Überleben eines Individuums mit der Effektivität seines Handelns korreliert, das heißt, er hat gelernt, dass es einfacher ist in der Nähe des Menschen auf Beute zu warten und seinen Bauch vollschlagen zu können. Er musste nur Kompromisse eingehen. Wer am Ende wen domestiziert hat, darüber lässt sich trefflich streiten. Insofern ist es purer Nonsens, wenn „Hundeversteher“ propagieren, dass eine effektive Erziehung ohne die kleinen Häppchen sinnvoller ist.  Futter und leichte Beute waren die Säulen der Domestikation.

Mit dieser Überzeugung setzte ich das Therapiemobil am 5.Tag in Bewegung. Pünktlich zur vereinbarten Zeit kreischte die Sirene am Hoftor….Bax ebenso. Er rannte auf seine Wiese. Die Hundeleine war noch immer am Halsband und mutierte zur Schleppleine. Offensichtlich hatte er sich schon so daran gewöhnt, dass es für ein ausgelassenes Ballspiel nicht hinderlich war. Bax gab alles. Nach 4 Tagen rationierter Fütterung!!!

Kurz nach meinem Eintreffen kam der Besitzer. Irgendwie schien er mir wie ein gehetzter Hund. Nun mußte ich zwei dieser Spezies therapieren. Nach ca. 15 Minuten war er bereit, mit mir gemeinsam zu versuchen, Bax von der Leine zu befreien. Allerdings kippte seine Bereitschaft wieder, als ich nach einer Bratpfanne verlangte.

Diese wollte ich mit Futter gefüllt unter dem Gartentor Bax zuschieben und gleichzeitig versuchen, die Hundleine über den Kopf zu ziehen. Der Besitzer sollte dafür sorgen, das Bax im Falle einer Aggression nicht über den niedrigen Gartenzaun springt.

Angesichts meines Verbandes an der linken Hand sah er sich schon zerfleischt. Ich erklärte Ihm die Regeln des Basar´s. Ziel war es, dass Bax das Überstreifen der Leine ohne Widerstand akzeptiert. Wenn er geknurrt oder eine gewohnte Abwehrreaktion gezeigt hätte, wäre die gefüllte Bratpfanne wie von Geisterhand auf die andere Seite des Gartentores gewandert. Ich konnte den Besitzer überzeugen, einen ersten Versuch zu starten.

Ich rief Bax. Er kam sofort und legte sich auf Befehl am Gartentor ab. Die motivierende Bratpfanne wanderte unter dem Gartentor durch. Sein Appetit war unübersehbar. Meine Hand, die sich durch das Gartentor Richtung Leine mogelte, übersah Bax nicht. Ein schräger Blick, die Vorstufe einer Aggression, setzte die Bratpfanne in Bewegung, zurück zu mir. Bax saß verwirrt hinter dem Tor. Zweiter Anlauf. Schräger Blick…..Pfanne weg.

Mir kam die Idee, nach einem Hilfsmittel zu suchen, für den Fall, dass Bax diese Aktion nicht tolerieren würde. Es kam Farbe ins Spiel. Ein Griff von einem alten Farbroller wurde zurecht gebogen.

Dritter Anlauf….Pfanne….Farbroller am Hals von Bax…schräger Blick…Pfanne weg.

Geduldiger vierter Versuch….Pfanne….Farbroller am Hals von Bax….Bax frisst weiter. Mit jedem Zentimeter, den ich die Leine langsam über den Kopf hakelte steigerte sich bei dem  Besitzer die Gute Laune. Als die Leine ab war, schien nicht der Hund erlöst. Spontan wurde ich für den Abend zur Geburtstagsfeier seiner Frau eingeladen.

Der Beweis war erbracht. Das Verhalten des Hundes ist ein rein ritualisiertes Verhalten.

Ein Lob an meinen Sparringspartner. Bax hat die Regeln des Basar`s verstanden. Er hat mit mir einen Kompromiss ausgehandelt.

Sogleich feilte mein nimmer müdes Hundeverstehergehirn am Ausbau der Strategie. Eine neue Idee wurde geboren.

“Der Wunsch, ein Tier zu halten, entspringt einem uralten Grundmotiv - nämlich der Sehnsucht des Kulturmenschen nach dem verlorenen Paradies.“

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