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14.09.2014

Bax – im Zeichen des Schweines

Den ganzen Tag hatte ich gegrübelt, wie Bax wohl die Dominanz der Tomatenstange verkraftet hat.

Ich hatte das Gefühl, mich für diesen Tag besonders vorbereiten zu müssen. Irgend etwas mußte mir einfallen, um den Hund zu überzeugen, daß es mir nur um einen gewissen Respekt ging.

Mit leerem Bauch läßt sich keine Strategie entwickeln. Also steuerte ich meinen Lieblingsbiergarten in Dresden an der Elbe an.

Und siehe da, als ich mit dem Hunger eines Raubtieres das Menü verzehrt hatte, lächelte mich eine wundervolle Idee an….

Das wird es sein, womit ich Bax aus der Reserve locken kann! Fix holte ich Alufolie aus dem Therapiemobil und kratzte für Bax den Knochen ab. Immerhin, für eine Trainingseinheit genug. Allerdings habe ich mir bei dieser Aktion merkwürdige Blicke der Kellnerin eingefangen. Vielleicht hat sie gedacht, ich sei ein Künstler, der ein Stillleben fotografiert.

Mit fetter Beute ging es zum Termin. Es war abgesprochen, daß ich ohne Beisein des Besitzers den Hof betrete, ganz normal durch die Eingangstür. Der Klang meiner Sirene löste bei Bax einen Schweinsgalopp aus, und bevor ich den Schlüssel herum drehen konnte, war er schon hinter der Tür. Die Freude war nicht zu übersehen. Sofort gab es ein kleines Stück von der Schweinshaxe, denn Bax machte Platz und sprang mich nicht an.

In diesem Moment reifte in mir ein waghalsiger Entschluß. Genau genommen viel zu früh für den Entwicklungsstand der Therapie, aber irgendetwas sagte mir, ich muß es tun, und zwar jetzt. Und sollte es brenzlig werden…naja…ich hatte ja noch meine Tomatenstange.

Bax war voll und ganz mit dem Ball beschäftigt. Er konnte nicht erahnen, was ich vor hatte. Mit der Desensibilisierung hatte ich mit ihm noch nicht begonnen. Ein wichtiges Instrument, um den Hund überhaupt gefahrlos anfassen zu können. Doch mein Entschluß stand. Heute werde ich mit Bax kurz spazieren gehen.

Ich nahm die Hundeleine und rief Bax. Vorsichtshalber lies ich ihn Platz machen. Eine Attacke läßt sich so besser abwehren. In meiner Linken wartete das Schwein…in meiner Rechten der Haken der Leine. Beides mußte gleichzeitig passieren. Die Biergartenküche war so exzellent, daß Bax es vorzog zu fressen, als nach mir zu schnappen, während ich die Leine am Halsband befestigte. Doch langsam wurde es knapp. Das Schwein ging zur Neige. Bevor er seine Situation verstand, mußte ich etwas Abstand gewinnen…auf Leinenlänge. Bei diesem Hund wäre es schlichtweg falsch gewesen, mit einem Ruck an der Leine den Spaziergang zu beginnen. Notfalls hätte ich loslassen können. An langer lockerer Leine sagte ich Bax: „Wir gehn“, und marschierte los. Doch nur ein paar Meter. Dann marschierte Bax los…Richtung Tor. Er wußte was passieren wird.

Bax gab alles. Noch nie hatte ich beim Ausführen eines Hundes so ein jämmerliches Bild abgegeben. Bax entwickelte die Kraft eines Vierer-Hundeschlittengespannes. Ich weiß wovon ich rede, denn ich bin oft genug mit dem Hundeschlitten unterwegs gewesen.

Ich flog durch das Tor auf die andere Straßenseite. Bax indes gönnte sich Nasenarbeit. Wie ein Staubsauger sog er jeden unbekannten Geruch in sich hinein. Die Stadtreinigung war überflüssig.

Im selben Moment kam der Besitzer und schrie mir hinterher, ob ich Lebensmüde sei. Der Hund war eineinhalb Jahre nicht mehr draußen. Zeit und Luft zur Antwort hatte ich nicht.

Ich schwebte so ca. 300 Meter über den Asphalt. Spaziergänger mit frei laufendem Hund kamen entgegen. Ich bat deutlich darum, den Hund anzuleinen. Die Antwort: „Macht nix, ,,es ist eine Hündin“. „Macht doch was,“, sagte ich, „wir trainieren gerade“. Sie nahmen ihren Hund an die Leine…ich wurde zum Glücksschwein. Jetzt gab Bax richtig Gas. Die Hundebesitzer waren froh, daß Sie meiner Bitte gefolgt sind. Glück gehabt. Aufgrund des peinlichen Tauziehens habe ich verschwiegen, das ich Hundepsychologe bin.

Einige Meter weiter erblickte ich Pferde auf einer Koppel. Die Entscheidung zur Umkehr war die  logische Konsequenz.

Für den Rückweg allerdings hatte ich mir vorgenommen, dem drohenden Spott der Bevölkerung einen Riegel vorzuschieben. Meter für Meter verkürzte ich den Spielraum an der Leine. Zog Bax in die eine Richtung, wechselte ich sofort in die andere. Kurz vor dem Eintreffen am Grundstück, lief Bax neben mir, wie man es von einem Patienten des Hundepsychologen erwarten kann. Staunende Gesichter begrüßten uns.

Ich leinte Bax im Hof ab und schrie………………………………………………………………………nach Wasser.

Mein Fazit: Bax will die Welt sehen. Ich werde sehen, ob es mir gelingt, beim nächsten Mal ein Signal zu setzen, wenn es raus gehen soll,  und Bax ohne knurren an die Leine zu bekommen.

Vielleicht sogar ganz ohne Schwein.

“Der Wunsch, ein Tier zu halten, entspringt einem uralten Grundmotiv - nämlich der Sehnsucht des Kulturmenschen nach dem verlorenen Paradies.“

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